Der Kadaver

 

Es geschah eines Tages zur Zeit Christi - daß Er an einem

 toten Hund vorbeikam, einem


übelriechenden Kadaver, widerlich anzusehen, mit

 faulenden Gliedern. Einer


Seiner Begleiter sagte: »Wie faul ist sein

 Gestank!« Ein anderer


meinte: »Wie ekelerregend, wie abscheulich!

« Kurzum, jeder hatte etwas hinzuzufügen.

Aber dann sprach Christus, und Er sagte ihnen:

 »Sehet die Zähne des Hundes!


Wie strahlend weiß sie sind!«

Der  Blick des Messias verweilte keinen Augenblick

 lang auf dem Widerwärtigen des Aases.

 Der einzige

 Teil des Kadavers, der keine


Abscheu erregte, waren seine Zähne, und Jesus

 schaute auf ihren Glanz.

So sollten wir, wenn wir unseren Blick auf

 andere Menschen richten, das


sehen, worin sie sich auszeichnen, und nicht das,

 worin sie versagen.

 

Man darf in jedem menschlichen Wesen nur das

 sehen, was des Lobes würdig ist.

 Wenn man so handelt, kann man der

 ganzen Menschheit Freund sein.


Betrachten wir die Menschen jedoch vom

 Standpunkt ihrer Fehler aus, dann ist


es eine äußerst schwierige Aufgabe, mit ihnen

 Freundschaft zu pflegen.